Teckellyrik

Züchterin Christiane Lassowski

 
 

 

 

 

 

 

 

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Lyrik/Satire

No Angels schöne Dackelnase

Fräulein Vorwitz kann nicht hören. Sollt`doch nicht die Flause stören,           die in der Kiste liegt und hütet,          sieben Kinder, gerade ausgebrütet.

Angel macht den Hals ganz lang,           steckt durch das Einschlupfloch den Fang. Flause warnt mit lautem Grolle,            Angel denkt: „Was will die Olle ?

Ist doch auch sonst so lieb und heiter,      ich schieb die Nase einfach weiter,        denn irgendwas ist hier gescheh`n           und das will ich genauer sehn !“

Oje, den Ernst zu spät geschnallt !  Plötzlich hat`s fürchterlich geknallt.       Ein Quiek, ein Schrei, ein großer Schreck,  so schnell ist mal `ne Nase weg !

Angel nimmt flugs den Rückwärtsgang,   knallt mit dem Popo gegen`n Schrank,      und ward seitdem nicht mehr geseh`n        in der Küche, wo die Babys steh`n.

 

05.09.2005 : No Angel, knapp sieben Monate alt, nach der Geburt unseres „O“-Wurfs.  C.L.09/2005

 

                                                                                                               Witziges

 

 

 

 

 

 

 

Bedienungsanleitung

Typ:                                 Teckel                                Modell:                           Baltica        Erstzulassung:               02.05.1995                        Farbe:                              ganz schön grau            Antrieb:                          quattro                      Verbrauch:                     enorm                             Auspuff:                         nicht immer in Ordnung Laufleistung:                 subjektiv eindeutig zu hoch Zuverlässigkeit:            100 %

Dieses Modell aus dem Hause „Lachsenbach“ bedarf absolut keiner besonderen Pflege oder Aufmerksamkeit. Es genügt, wenn es permanent im Mittelpunkt steht, alle paar Minuten ausgiebig gestreichelt und stündlich gefüttert wird. Zwischendurch das eine oder andere Leckerli, wobei schon ein nur handtellergroßes Schweineohr ausreicht, Baltica für die nächsten 10 Minuten zufriedenzustellen. Nun ist nur noch auf ein warmes, weiches, kuscheliges, zugluftfreies, nicht von anderen Modellen besetztes Schlafplätzchen, an kalten Tagen gern mit Zusatzüberwurf oder Wärmflasche für die alten Knochen, zu denken und schon war`s das. Der Weg zum Wassernapf sollte allerdings nicht zu weit sein und im übrigen träumt dieses Modell schöner, wenn man ihm gelegentlich (also ca. 10 x am Tag) mit freundlicher, nicht zu lauter Stimme eine Geschichte erzählt oder ein Lied vorsingt. Bei der Wortwahl ist auf Wiedererkennungswert und angenehme Assoziationen zu achten und das früher sehr geschätzte Wort „Gassi“ daher unbedingt zu vermeiden.

Fazit: Mit diesem Modell hat man so wenig zu tun, dass man seine Anwesenheit glatt vergessen könn

                                                                        C.L. 06/2008

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dackelmaße 

Es gehört der Dackelhund                               seit Alters her mehr lang als rund.

Doch Baltica, die stört das nicht.                     Sie wär so gern ein Schwergewicht                   mit einem dicken Wohlstandsbauch,         „quadratisch“, findet sie, „geht auch.“

Ach, wenn man nur sein Herrchen hätt`,        dann wär das Leben richtig nett.                    Doch da man auch ein Frauchen hat,              wird man hier niemals richtig satt.

Ein strenger Blick und Herrchens Hand,           die g`rade unter`m Tisch verschwand               mit einer leck`ren Köstlichkeit,                         ist plötzlich unerreichbar weit.

 

 

 

Herzlos und kalt ist diese Frau,                    denkt selten nur an den Wauwau.                    Und wenn, dann nur zu Fitnesszwecken, tagtäglich `rum um tausend Ecken.

Nein, Baltica, die mag das nicht.                      Ist doch so gar nichts für`s Gewicht.            Kaum ist ein Pfündchen angefressen,             kann man`s auch schon wieder vergessen.

Warum nur zieht bei Frauchen nicht           dieses „Ich-hab-so`n-Hunger“-Gesicht ?          Man kann doch jeden Gast erreichen                mit diesem Blick, zum Stein erweichen.

Die „Alte“ aber ist immun,                                 da kann man leider gar nichts tun.             Zweimal am Tag gibt` s Futter nur,        Tierquälerei in Reinkultur !

Besser wäre jede Stund`,                             denkt Baltica, der Dackelhund.

Daueransicht unserer Baltica seit dem 02.05.1995.                      C.L. 05/2008

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dackel jagen

Ich kann nicht hören, trotz der Ohren,                die mir recht lang sind angeboren,

zum Schutz wohl des Gehöres Gang,                so dringt nie durch, was man verlangt.

Nie mach ich das, was ich g`rad soll,               und Frauchen ruft: „Das Maß ist voll !“

Sie schimpft mich aus, sehr laut, sehr feste,     und sperrt mich in`s WC der Gäste,

auf dass ich in mich gehe dort !                      Nun denn, ich nutze diesen Ort

zu dem ihm angestammten Zwecke                 und setz `nen Haufen in die Ecke

 

 

aus Protestkundgebungsgründen.                  Wie wird Frauchen das wohl finden ?

Nicht gut ! Ich hab`s mir gleich gedacht             und drum mich aus dem Staub gemacht,

als Frauchen kam, sich zu vertragen.             Nun muss sie wieder Dackel jagen.

 

23.05.1996: Imme, die schamloseste und charmanteste Brecherin sämtlicher Gesetze und Herzen, nach (bzw. vor) einer ihrer unzähligen Missetaten und wieder einmal Opfer eines der unzähligen vergeblichen Erziehungsversuche.

 C.L. 06/1996

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kayla wird große Schwester

Vom Lachsenbach gibt`s frohe Kunde:               Flause hat wieder kleine Hunde !                    Zwei Jungs, sechs Mädchen, das sind acht, prima hat sie das gemacht !

Alle munter, kugelrund –                            wie`s scheint, also alle gesund.                    Wir freu`n uns auf die Aufzuchtzeit,               das Chaos komme, wir sind bereit !

Klein-Kayla wird`s dann besser geh`n.   Momentan kann sie das nicht versteh`n.       Was quietscht denn hier, was maunzt denn da ? Das klingt alles recht sonderbar !

Ich geh da besser nicht dicht ran,                falls Mama das nicht leiden kann,                weil ihr die Kleinen lieber sind.                      Dabei bin ich doch auch ihr Kind !

Und was für eins, sie sollt sein stolz,             bin ich doch aus recht gutem Holz !                Bin Landesjugendsieger schon und               Deutscher Jugendchampion.

Wassertauglich und schussfest,                  bestand ich den Begleithundtest.                Spurlaut, na ja, war nicht mein Tag,              kein Grund, dass Mama mich nicht mag.

Doch Gott sei Dank hat man Verwandte:   Uroma, Oma und auch Tante,                          die spiel`n mit mir, die kümmern sich,             da brauch ich meine Mama nicht !

Soll sie doch putzen, hätscheln, pflegen           diese acht kleinen Nervensägen !                Doch, Mama, wenn ich ehrlich bin,                 ich glaub, das alles hat kein`Sinn:

Rund der Kopf, kurz der Behang,                    und auch der Rumpf nicht wirklich lang.       Kannst füttern und betüteln sie,                    das werden keine Dackel, NIE !

03.12.2003: Kayla ist 15 Monate alt und anlässlich der Ankunft des M-Wurfes         ganz aus dem Häus`chen.

                                       C.L. 12/2003

 

                                  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich nicht !

Frauchen mag Sonja.                             Ich nicht !                                        Sonja schneidet uns die Krallen.          Das passt mir nicht.                          Beim Tierarzt hat das immer wehgetan. Bei Sonja nicht.                                     Trotzdem !                                         Ich mag Sonja nicht.                          Bei Sonja kann man nicht zicken.       Das passt mir nicht.                       Eigentlich will ich gar nicht zicken. Trotzdem !                                         Ich bin `was Besonderes.                     Sonja würdigt das nicht.                    Ich mag Sonja nicht.                          Bei Sonja gibt`s hinterher Leckerlis.     Ich nehm nichts von Sonja.             Soweit kommt das noch !                      Die anderen kauen zufrieden,             ich nicht.                                           Das riecht gut.                                  Nein – ich nicht !                            Sonja schiebt mir meins hin.               Ich mag Sonja nicht !                         Sie lässt es ganz dicht vor mir liegen.  Ich bin nicht bestechlich !                  Ich mag Sonja nicht !                      Baltica ist fertig.                            Jetzt will sie meins.                           Ich leg die Pfote drauf.                     Ich zeige einen Eckzahn.                   Ich knurre.                                           Aber ich fress das nicht !                  Ich mag Sonja nicht !                         Ich schnupper nur mal.                        Ich fress das nicht !                        Kann Sonja lange drauf warten.          Ich nicht !                                         Ich leck nur mal dran.                        Ich mag Sonja nicht !                         Ich mag sie nicht !                             Hat sie´s endlich kapiert ?                 Ich bin nicht käuflich !                      Ich mag Sonja nicht !                            Ich beiss nur mal ab.                         Das schmeckt gut.                            Aber wer bin ich denn ?                    Ich beiss noch mal ab.                       Bild Dir bloß nichts drauf ein !           Ich mag Sonja nicht !                         Ich nicht !Nun fress ich den Rest.      Weil er ja weg muß.                           Weil Baltica sonst zu dick wird.       Weil er schmeckt.                            Aber ich mag Sonja nicht !                    Hast Du noch mehr davon ?               Fass mich bloß nicht noch mal an !   Keine Vertraulichkeiten bitte !          Lass das Streicheln !                             Frauchen mag Sonja.                          Das Streicheln ist schön                       Ich mag Sonja nicht !                         Ich doch nicht !                               Oder doch ?

09.09.2004: Flause im ewigen Zwiespalt zwischen ihrem Prinzessinnen-Gehabe und der Tatsache, dass sie leider eben doch nur ein ganz normaler und zudem sehr liebenswürdiger Dackel ist. C.L.09/2004

 

 

 

 

 

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